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Psychedelika-assistierte Therapie

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Was ist Psychedelika-assistierte Therapie (PAT)?

Die PAT ist ein therapeutisches Verfahren, bei dem unter ärztlicher und psychotherapeutischer Begleitung bestimmte Substanzen eingesetzt werden, um tiefere psychische Prozesse zu unterstützen. Die gängigsten psychedelischen Substanzen sind Psilocybin, LSD, MDMA und Ketamin. 

 

Im therapeutischen Kontext können Psychedelika dabei helfen, eingefahrene Denkmuster zu lösen und neue Perspektiven zu eröffnen. Neurowissenschaftlich betrachtet lockern sie vorübergehend bestimmte Filtermechanismen im Gehirn, wodurch neue neuronale Verbindungen entstehen können – oft verbunden mit erhöhter Kreativität, emotionaler Offenheit und tiefen Einsichten. Zudem können Substanzen Zugang zu gestauten Gefühlen ermöglichen; deren bewusstes Fühlen kann viel Energie freisetzen.

Unser Ansatz
 

Wir begleiten Menschen, die bereit sind, sich auf einen vertieften therapeutischen Prozess einzulassen. Dabei stehen Heilung, Selbstverständnis und persönliche Entwicklung im Mittelpunkt – in einem sicheren, legalen und wissenschaftlich fundierten Rahmen.

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Wenn Sie bereit sind, sich selbst auf einer tieferen Ebene zu begegnen, begleiten wir Sie gerne auf dieser Reise.​ Per Vorevaluation ermitteln wir bei der Anmeldung die Motivation und weitere Kriterien ausgehend von der Selbstauskunft.

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Was ist Set & Setting?
 

Der Erfolg einer psychedelischen Erfahrung hängt wesentlich von der inneren und äusseren Vorbereitung ab. In einem sicheren, therapeutischen Rahmen werden sowohl sehr positive als auch herausfordernde Erfahrungen – und alles dazwischen – als bedeutungsvolle Bestandteile des individuellen Heilungsprozesses verstanden und achtsam integriert.​

  • Set beschreibt die innere Haltung: Motivation,
    emotionale Verfassung, psychische Stabilität und
    Bereitschaft zur Selbstreflexion.

  • Setting umfasst die äusseren Rahmenbedingungen:
    den Raum, die Atmosphäre und die therapeutische Begleitung.

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Set

Setting

Therapeutischer Ablauf​​​
 

Die Psychedelika-assistierte Therapie (PAT) gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Phasen. Hier erläutern wir diese Phasen im Detail.


1. Vorbereitung
Das Ausfüllen des Vorevaluation-Formulars, ein Online-Vorgespräch mit Amber Dubinsky (20') sowie ein persönliches und medizinisches Erstgespräch mit Prac. med. Werner Scharr und die Antragstellung beim BAG. 

2. Begleitung (bei BAG-Bewilligung)
Substanzreisen mit der bewilligten Substanz, erst im Einzel-, dann im Gruppensetting unter therapeutischer Präsenz.

 

3. Integration
Nachbearbeitung und Integration der Erfahrung in den Alltag, unterstützt durch Integrationsgespräche und Reflexion. Demnächst werden wir einen regelmässigen Integrationskreis anbieten für unsere Patient:innen. Dabei geht es um die langfristige Integration und Möglichkeit des gegenseitigen Austauschs. 

Indikationen


PAT kann unterstützend wirken bei:

  • Depressionen

  • Angst- und Traumafolgestörungen (PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung)

  • Zwangs- und Suchterkrankungen

  • chronische emotionale Erstarrung oder Sinnverlust
     

Die Methode richtet sich insbesondere an Menschen, bei denen herkömmliche Therapieformen bisher keine ausreichende Wirkung erzielt haben.

 

Weitere mögliche Beweggründe​​
 

Die Gründe für eine Psychedelika-assistierte Therapie sind vielfältig:

  • mehr Selbstmitgefühl und innere Annahme

  • grösseres emotionales Gleichgewicht und Gelassenheit

  • Bearbeitung interpersoneller Themen

  • tiefere Verbundenheit mit sich selbst, anderen und dem Leben

  • gesteigerte Kreativität und neue Perspektiven

  • mehr Wohlwollen und Offenheit

 

Ausschlusskriterien
 

PAT ist nicht geeignet, wenn:

  • eine akute Psychose oder eine familiäre Veranlagung dazu besteht,

  • eine schwere Persönlichkeitsstörung (z.B. Borderline) vorliegt,

  • ein Substanzmissbrauch besteht, ohne entsprechende Stabilisierung (z.B. Entzug) vorliegt,

  • keine Bereitschaft vorhanden ist, sich auf die therapeutische Begleitung einzulassen.​

 

Warum im therapeutischen Rahmen?
 

Psychedelika sind keine Wundermittel. Ihre transformative Wirkung entfaltet sich oftmals erst in Verbindung mit psychotherapeutischer Begleitung, professioneller Vorbereitung und sorgfältiger Integration.
Der therapeutische Rahmen bietet Sicherheit, Orientierung und die Möglichkeit, das Erlebte nachhaltig in den Alltag zu übertragen.

Kostenübernahme
 

Aktuell werden die Kosten nicht von der Krankenkasse gedeckt, sondern müssen selbsttragend übernommen werden. Gedeckt ist die Psychotherapie mit Prac. med. Werner Scharr. Die Integrationsarbeit übernimmt idR Amber Dubinsky - siehe weiter unten.  Die Substanzen, die Begleitung, sowie die Integration werden finanziell selber getragen. Diese thematisieren wir im Online-Initialgespräch.

Ausschlusskriterien
Indikation

Wir sind uns sehr bewusst, dass es viele Menschen gibt, für die diese Form der Therapie finanziell nicht zugänglich ist. Deshalb arbeiten wir aktiv daran, Stiftungen und Förderpartner:innen zu finden, die in solchen Fällen eine Kostenübernahme ermöglichen, damit der Zugang zur PAT nicht allein vom Einkommen oder Vermögen abhängt. Kontaktieren Sie uns, wenn die Kosten der Hinderungsgrund sind. 

Phase der Integration
 

Die Integrationsarbeit erfolgt in der Regel mit Amber Dubinsky, die speziell dafür ausgebildet ist.  Sie arbeitet mit dem ICEERS Psychedelischen Integrationsmodell und lässt  Elemente der Aufstellungsarbeit, dem St. Galler Coaching Modell sowie Körperarbeit einfliessen. Diese Integrationsarbeit ist optional, wobei wir sie stark empfehlen. 
 

Empfohlen werden insgesamt 6–8 Sessions:

  • 1 Session vor der ersten 1:1-Substanzreise für ein Kennenlernen

  • Je 1 Session im Anschluss an die erste, zweite und dritte Substanzreise (je nach Bedarf)

  • 2–4 Sessions nach den drei Substanzreisen zur mittelfristigen Integration

Eine Sitzung kostet zwischen CHF 80.– und CHF 140.– basierend auf den finanziellen Möglichkeiten. Es ist uns ein Anliegen, ein flexibles Preismodell anzubieten, das unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten berücksichtigt. Der Preisrahmen wird zu Beginn gemeinsam festgelegt, ebenso wie die voraussichtliche Anzahl der Sitzungen im Verlauf der Therapie. Die Sitzungen können vor Ort, online oder in einem hybriden Format stattfinden.

Die Begleitung kann auch im Rahmen einer bestehenden Therapie weitergeführt werden – idealerweise mit einer Fachperson, die mit der Psychedelika-assistierten Therapie (PAT) vertraut ist.

Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
 

Unsere Angebote richten sich an Personen, die über ein bewilligtes Gesuch beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Bewilligung für den Einsatz von Psychedelika in der Psychotherapie erhalten. Wir stellen den Antrag und begleiten durch den gesamten Prozess. 
Es handelt sich nicht um Freizeitangebote oder nicht-therapeutisches “Tripsitting”, sondern um eine klar geregelte, medizinisch-psychotherapeutische Begleitung im Rahmen der geltenden Schweizer Gesetzgebung.

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Geschichtlicher und wissenschaftlicher Hintergrund
 

Der therapeutische Einsatz von Psychedelika hat eine lange Geschichte. Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren forschten Psychiater:innen weltweit zu Substanzen wie LSD und Psilocybin. Diese Studien zeigten vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung psychischer Erkrankungen, wurden jedoch in den 1970er-Jahren durch rechtliche Einschränkungen unterbrochen.

Seit Beginn des 21.  Jahrhunderts erlebt die Forschung eine Renaissance. Renommierte Universitäten wie Johns Hopkins, Imperial College London und Universität Zürich untersuchen erneut die Wirksamkeit und Sicherheit von Psychedelika in der Psychotherapie.

Auch historisch betrachtet ist der bewusste Einsatz psychoaktiver Pflanzen nichts Neues: In vielen indigenen Kulturen wurden sie seit Jahrtausenden in rituellen und heilenden Kontexten verwendet. Die moderne PAT knüpft an dieses Wissen an – auf wissenschaftlicher, therapeutischer und rechtlich regulierter Basis.

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